Eine Agentur, die gegen Anteile statt gegen Rechnung arbeitet, klingt für viele Gründer zu gut, um wahr zu sein. Das Modell funktioniert – aber nur, wenn beide Seiten die Spielregeln kennen. Hier sind sie.
Drei Modelle, drei Logiken
| Modell | Was du gibst | Wann sinnvoll |
|---|---|---|
| Sweat Equity | Geschäftsanteile (10–30 %) | Gesellschaft existiert oder wird gegründet, Investoren geplant |
| Revenue Share | Anteil am Umsatz (15–35 %), begrenzt | Klares Monetarisierungsmodell, keine Gesellschafter gewünscht |
| Hybrid | Reduzierter Preis + kleine Beteiligung (5–15 %) | Etwas Kapital vorhanden, Beteiligung soll klein bleiben |
Worauf du im Vertrag achten solltest
- Vesting: Anteile der Agentur sollten über die Zeit erdient werden – bei Abbruch nach vier Wochen darf sie nicht 25 % halten.
- Rückkauf-Option: Eine Formel, mit der du Anteile später zurückkaufen kannst, gibt dir Freiheit gegenüber Investoren.
- Code-Eigentum: Der Code gehört der Gesellschaft, nicht der Agentur. Punkt.
- Leistungsbeschreibung: Was genau wird gebaut, bis wann, mit welchen Abnahmekriterien? Beteiligung ersetzt kein Pflichtenheft.
- Exit-Regeln: Was passiert bei Verkauf, Insolvenz, Streit? Lieber vorher klären.
- Cap beim Revenue Share: Eine Obergrenze (z. B. das 3-Fache des Entwicklungswerts) verhindert, dass du bei großem Erfolg endlos zahlst.
Was die Agentur prüft
Wer auf Beteiligung baut, investiert Arbeitszeit im fünf- bis sechsstelligen Wert. Erwarte also eine gründliche Prüfung: Marktgröße, Monetarisierung, deine Fähigkeit, Nutzer zu gewinnen, und die Frage, ob ein MVP in 10–16 Wochen realistisch ist. Eine Absage ist keine Wertung deiner Idee – oft passt nur das Modell nicht.
Warum das Modell für beide Seiten funktioniert
Für Gründer: Zugang zu einem erfahrenen Produktteam ohne Kapital und ohne Investor-Verhandlungen vor dem ersten Nutzer. Für die Agentur: Beteiligung an Produkten, an die sie glaubt, und ein Partner, der den Markt kennt. Die Interessen sind gleichgerichtet – Umsatz statt Stunden.